Music Reviews

Rezensionen

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Night Ranger - 24 Strings & A Drummer

Heavy Metal Reviews

NIGHT RANGER gehören zu den Bands, die in den frühen 80ern den Weg für den ganz großen Glam Metal-Boom ebneten. Ähnlich wie QUIET RIOT hatte man ein, zwei mal richtig Erfolg und verschwand dann in der Versenkung. Anlässlich zum 30 jährigen Bestehen der Band, feiert man sich selber aber mit einer Akustik-Show, die in einem netten CD/DVD_Doppel veröffentlicht wird, die auf den Namen "24 Strings & A Drummer - Live & Acoustic" hört. Das Konzert ist in einer kleineren Halle eingefangen worden. Die Band hat eine ordentliche Setlist zusammen gebastet, die keinen Hit der glorreichen Bandtage vermissen lässt. 'Sister Charlatan' ist genauso zu hören wie 'Don't Tell Me You Love Me' oder '(You Can Still) Rock America'. Die Jungs selber scheinen ziemlich viel Freude an diesem eher intimen Konzert zu sein, welches die allseits bekannten Songs in einem anderen Soundgewand präsentieren als sonst. Zwöf Songs bietet das Konzert auf der DVD. Die CD enthält noch ein Cover von 'Boys of Summer' als Bonus, Die DVD bietet neben dem schön eingefangenen und gut klingenden Konzert auch noch eine kleine Doku über die Show, in der die Musiker über die Karriere und alles weitere reflektieren. Dazu gibt es noch das Musikvideo zu 'Growin' Up In California' sowie ein nettes Making-Of zum gleichnamingen Comeback-Album von 2011. "24 Strings & A Drummer" ist ein nettes Livedokument von NIGHT RANGER. Allerdings ist dies sicherlich nur empfehlendswert für richtige Fans der Rocker. Der durchschnittliche Hörer wird mit den regulären Studioalben mit Sicherheit glücklicher werden.

All That Remains - A War You Cannot Win

Ich muss gestehen, dass ich nach "Overcome" nur noch wenig von ALL THAT REMAINS gehört habe. Dies gilt allerdings auch für Bands wie SHADOWS FALL, HATEBREED, CHIMAIRA, DARKEST HOUR oder anderen Bands, die die Metalcore-Szene 2003 bis 2006 anführten. Viele der alten Bands wurden von Release zu Release langweiliger. 2006 haben ALL THAT REMAINS mit "The Fall Of Ideals" ein super Album veröffentlicht, dessen Hit 'This Calling' ein riesiger Ohrwurm war. Schon der Nachfolger "Overcome" konnte mich nur noch schwer überzeugen und dessen Nachfolger hat mich schon gar nicht mehr interessiert. Nun liegt mir aber "A War You Cannot Win" vor und ich gebe der Truppe noch mal eine Chance. Was mich bei ALL THAT REMAINS gestört hat war, dass man unbedingt immer mehr in Richtung Metal geschielt hatte. Dies ist immer noch so. Erstaunlicherweise kann man sich das Album ganz gut anhören, auch wenn sich die Hörgewohnheiten etwas verschoben haben. ALL THAT REMAINS können sogar zeitweise mit den durchgängig gesungenen Nummern 'Stand Up', 'Asking Too Much' oder 'What If I Was Nothing' überraschen. Irgendwo erinnert die Band in diesen Songs an das letzte Werk von BULLET FOR MY VALENTINE. Sicherlich nicht der schlechteste Vergleich. Wo früher auch traditionelle Metal-Riffs dominierten, lässt man heute wieder etwas mehr Raum für modernes Riffing wie viele Metalcore-Bands es anno 2012 praktizieren. Selbst für mich, der die Band schon lange abgeschrieben hatte, ist es alles andere als schlimm "A War You Cannot Win" zu hören. Mit Sicherheit wandelt man immer noch in den Schatten von KILLSWITCH ENGAGE oder BULLET FOR MY VALENTINE und man wird keinen Blumentopf für originelles Songwriting gewinnen, dennoch ist das Album sehr gut zu hören. ALL THAT REMAINS überzeugen dieses Mal allerdings mit den Songs, die keine durchgetretene Doublebass haben wie ihr Hit 'This Calling'.

V.A. - Punk Goes Pop Vol. 5

Seit dem zweiten "Punk Goes Pop"-Teil der allseits beliebte Coverversionen von SILVERSTEIN, A DAY TO REMEMBER, AUGUST BURNS RED oder ATTACK ATTACK! parat hielt, ist alles was die "Punk Goes"-Reihe liefert ein Muss. Zumindest gehört haben sollte man die Cover einmal. Mit "Punk Goes Pop 5" steht - wie der Titel erahnen lässt - der bereits fünfte Teil in den Regalen. Das Schema ist mittlerweile alt. Bands, die wenig mit Punk Rock, dafür viel mit Metalcore, Post-Hardcore und Pop Punk zu tun haben, covern angesagte Chartnummern. Den Anfang machen MEMPHIS MAY FIRE mit dem BRUNO MARS-Hit 'Granade'. Dies ist ein ganz netter Einstieg, kommt aber nicht an das PIERCE THE VEIL-Cover von 'Just The Way You Are' heran, welches den vierten Teil der Reihe eröffnete. FOREVER THE SICKEST KIDS versuchen sich an 'We Found Love', dem Riesenerfolg von RIHANNA. Das Original ist schon ein ziemliches Guilty Pleasure von mir und FOREVER THE SICKEST KIDS sind mir auch bekannt. Ich erwarte also eigentlich eine Pop-Punk-Nummer ohne Ecken und Kanten, dafür mit Elektronik und bekomme das auch, bis die Band im Mittelteil auf einmal ungewöhnlich rabiat zu Werke geht. Trotzdem habe ich mir mehr von dem Cover versprochen. Auch CHIODOS-Sänger CRAIG OWENS enttäuscht mich etwas. Sonst kann der Mann singen, was er möchte und mich begeistert das. Nur seine Version von COLDPLAYs 'Paradise' will einfach nicht zünden. Ähnlich verhält es sich mit 'Beat It' von MICHAEL JACKSON, welches von dem Electro-Duo BREATHE CAROLINA verhunzt wird. Allerdings gibt es auch Highlights. WE CAME AS ROMANS liefern mit 'Glad You Came' ein ordentliches Cover der Boygroup THE WANTED hin. MAYDAY PARADE nehmen sich 'Somebody That I Used To Know' zur Brust und lassen den weiblichen Gesang von PIERCE THE VEIL-Sänger Vic Fuentes einsingen. Allerdings klingt die Nummer leicht fröhlicher als das Original, der Refrain hingegen kann einiges. CROWN THE EMPIRE sind sonst eigentlich eher eine Witzband, ihr MAROON 5-Cover 'Payphone' macht aber Spaß. (Sollten Witzbands nicht Spaß machen? - PK) Das ganz große Highlight ist aber 'Call Me Maybe' welches von den Italienern UPON THIS DAWNING performt wird. Zuerst hält man sich ziemlich ans Original, doch dann auf einmal kommen harte Gitarren und Gebrüll zum Vorschein bevor der Refrain wieder gesungen wird. Das Debütalbum "To Keep Us Save" der Jungs ist übrigens auch nur wärmstens zu empfehlen, wenn man auf THE WORD ALIVE steht. Wie bei jeder Compilation reihen sich High- und Lowlights aneinander. Ob man "Punk Goes Pop" wirklich im Schrank stehen haben muss, muss jeder selbst entscheiden. Allerdings ist die Reihe immer noch aufregend und nett für zwischendurch.
 


Text © by Sebastian Berning