Music Reviews

Heavy Metal an Rhein und Ruhr

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Metal ABC Teil II

Heavy Metal Reviews

Die Heavy Metal Musik ist ein untergeordnetes Genre des Metal. Seinen Aufschwung erlebte diese Musikrichtung in den 1970er und 1980ern Jahren. Die wörtliche Übersetzung des Genres bedeutet so viel wie „Schweres Metall“, was sich in der Musik selbst widerspiegelt, denn die Richtung ist nichts für schwache Nerven. Hier gehören laute Töne zur Tagesordnung. Ursprünglich entwickelte sich Heavy Metal aus dem Blues. Im Laufe der Zeit machte die Heavy Metal Musik auf sich aufmerksam und eroberte die Herzen der Menschen weltweit. An dieser Stelle kommt die Frage auf, welche Besonderheiten dieses Genre bietet. Die Anhänger der Szene wissen längst, was sie an der Musik haben, denn diese hat so einiges zu bieten.
Es gibt einige charakteristische Merkmale, welche der Heavy Metal Musik ohne Probleme zugeordnet werden können. Der Stil ist darauf ausgelegt, dass die Musiker ihre Lieder voll ausleben können. Heavy Metal steht in diesem Sinne für die pure Freiheit und uneingeschränkt das zu tun, was einem gerade in den Sinn kommt. Es geht darum, sich abzugrenzen und deutlich zu machen, dass eine rebellische Grundhaltung verkörpert wird. In der Heavy Metall Musikszene besteht noch die Chance, sich so richtig auszutoben, ohne eine Grenze innerhalb der Metal Musik zu übertreten. Liebhaber dieser Musikrichtung schätzen vor allem die musikalische Leistung der Musiker. Denn entgegen der Annahme vieler Menschen verkörpert Heavy Metal einen komplexen Aufbau der Lieder und soll eine Botschaft übertragen, welche sich an alle Zuhörer richtet. Es geht darum, dass alle Mitglieder der Band, gleich welchen Teil sie innerhalb der Gruppe übernehmen, ihre gesamte Energie bündeln, um die Menschen mit ihrer Metal Musik zu begeistern. Dies macht sich nicht nur durch die Songs bemerkbar, sondern auch am Auftreten der einzelnen Musiker. Diese agieren im Regelfall als eine Art Entertainer und versuchen, die Zuhörer im wahrsten Sinne des Wortes, von den Sitzen zu reißen.

Gothic Metal

Düstere Klänge zeichnen den Gothic Metal aus. Keyboardflächen untermauern die oft traurig gehaltenen Songs. Es handelt sich um die Musik der Nachtschattengewächse. Daher ist eine schaurige und/oder traurige Atmosphäre Pflicht für dieses Genre. Der Gothic-Sound von Bands wie Sisters of Mercy oder Fields of The Nephilim wird mit harten Gitarrenriffs gepaart. Viele Gothic Metal-Bands haben ihren Ursprung im Death und Doom Metal, wie etwa die britischen Bands My Dying Bride oder Paradise Lost, deren Album "Gothic" eine Blaupause für das härtere Spektrum des Genres darstellt. Die bekannte finnische Gothic Rock-Band HIM hat ihre Wurzeln ebenso im Gothic Metal, auch wenn spätere Erfolge eher rockiger Natur sind. Allerdings war die Band um die Jahrtausendwende herum wichtig für ein kleines Gothic-Revival im Mainstream. Auffällig ist, dass besonders im Gothic Metal der Anteil der Sängerinnen extrem hoch ist. Bands wie Nightwish, Lacuna Coil, Within Temptation oder Epica sind für (und wohl auch wegen) ihren Sängerinnen bekannt. Bei härteren Gothic-Bands teilen sich Mann und Frau oft den Gesang, so dass die männliche Stimme growlt, während die weibliche Stimme meist opernhaft singt. Besungen werden romantische und fantastische Themen, aber auch der Tod wird in den Songtexten thematisiert. Ähnlich wie im Black Metal ist der Einsatz von symphonischen Elementen bei manchen Bands sehr ausgeprägt, weswegen man bei Bands wie Nightwish oder Within Temptation auch gerne vom Symphonic Gothic Metal spricht.
10 wichtige Alben:
  • Crematory - Illusions (1995)
  • Epica - Cosign To Oblivion (2005)
  • HIM - The Greatest Lovesongs Vol. 666 (1999)
  • Lacuna Coil - Comalies (2002)
  • Moonspell - The Antidote (2003)
  • Nightwish - Oceanborn (1998)
  • Paradise Lost - Icon (1993)
  • Sentenced - Frozen (1998)
  • Tiamat - Wildhoney (1994)
  • Type 0 Negative - Bloody Kisses (1993)

Industrial Metal

Der Industrial Metal ist, wie der Name schon vermuten lässt, eine der künstlichsten Formen des Metals. Eher simple und monotone Gitarrenriffs treffen auf Keyboards und Einflüsse aus der elektronischen Musik. Dies kann von Band zu Band variieren: Wo Fear Factory noch sehr Gitarren-lastig agiert, setzt Nine Inch Nails wesentlich stärker auf Electro. Insgesamt setzt dieses Genre sehr auf eine kühle und klinische Atmosphäre. Mitte der 1990er bis hin zur Jahrtausendwende hin erlebte die Mischung aus Sci-Fi und Metal einen kleinen Boom in den USA. Bands wie Ministry, Nine Inch Nails, Marilyn Manson oder Fear Factory verkauften so viele Alben, dass es Gold- und Platinauszeichnungen gab. Man muss allerdings konstatieren, dass Fear Factory mit ihrer damals sehr modernen Herangehensweise stark vom Nu Metal-Hype profitieren konnten. Umgekehrt hatten dafür auch viele Nu Metal-Bands starke Industrial-Einflüsse, wie etwa Static-X oder Spineshank. Genau zu der Zeit wollten auch viele Metal-Bands, wie etwa Sepultura, Megadeth, Korn oder Anthrax verlangen Remixe ihrer Songs von Industrial-Bands.
10 wichtige Alben:
  • Fear Factory - Demanufracture (1994)
  • Filter - Short Bus (1995)
  • KMFDM - Angst (1993)
  • Marilyn Manson - Antichrist Superstar (1996)
  • Ministry - Psalm 69 (1992)
  • Nine Inch Nails - Pretty Hate Machine (1989)
  • Orgy - Candyass (1998)
  • Rammstein - Sehnsucht (1997)
  • Rob Zombie - Hellbilly Deluxe (1998)
  • The Kovenant - Animatronic (1999)

Melodic Death Metal

Was Mitte der 1990er Jahre als Subgenre des Death Metal begann, wurde im Laufe der Zeit und durch den Erfolg von Bands wie At The Gates, In Flames oder Soilwork zu einer sehr beliebten Spielart des Metals. Als Grundlage der aus Skandinavien stammenden Musik dient der Death Metal, welcher mit melodischeren Gitarrenriffs versehen wird. Bands wie In Flames oder Soilwork führten Ende der 90er auch den klaren Gesang in den Songaufbau ein, was Jahre später viele Metalcore-Bands wie Killswitch Engage, Unearth oder As I Lay Dying beeinflussen sollte. Neben At The Gates ist sicherlich "Heartwork" von den Briten Carcass eines der wegweisendsten Werke der Anfangstage des Genres. Allerdings brachte der schwedische Gitarrist Michael Amott den Briten die melodische Gitarrenarbeit näher. In Flames muss auch erwähnt werden, da die Schweden den Melodic Death Metal mit Alben wie "Colony" und "Clayman" Salonfähig machten und den Stil einer breiten Masse präsentierte. Mittlerweile hat man sich allerdings von dem Stil entfernt und kann nur noch Versatzstücke dieses Stils vorweisen. Obwohl der melodische Death Metal selber "nur" ein Subgrene darstellte, hat sich daraus eine eigenständige und sehr beliebte Musikrichtung entwickelt, die selber wiederum verschiedene Ableger vorzuweisen hat. Bands wie Children of Bodom etwa würzen ihre Songs mit Einflüssen aus dem Power Metal und diversen Glam Metal-Coversongs, Heaven Shall Burn oder As I Lay Dying etwa vermischen Metalcore mit Melodic Death Metal. Auch entwickelten sich einige Bands stets in progressivere Gefilde wie etwa Edge of Sanity.
10 wichtige Alben:
  • Arch Enemy - Doomsday Machine (2005)
  • At The Gates - Slaughter of The Soil (1995)
  • Carcass - Heartwork (1993)
  • Children of Bodom - Hate Crew Deathroll (2003)
  • Dark Tranquillity - Haven (2000)
  • Darkest Hour - The Human Romance (2011)
  • Edge of Sanity - The Spectral Sorrows (1993)
  • Hypocrisy - Abducted (1996)
  • In Flames - Clayman (2000)
  • Soilwork - Figure Number Five (2003)

Melodic/Power Metal Metal

Der Melodic Metal ist ein Ableger des Heavy Metals. Stilistisch bewegt man sich zwar recht nah am Power Metal, doch dafür liegt das Augenmerk zu sehr auf melodischen Gitarren und Keyboards. Den Power Metal charakterisiert das durchgehend hohe Tempo hinzu, während der Melodic Metal auch im Mid Tempo-Bereich auskommt. Bei beiden Genres steht die Melodie sehr im Vordergrund und bei europäischen Bands hört man keine wirklichen Riffs wie bei Judas Priest oder Saxon, die einen großen Einfluss auf den Melodic Metal haben. Amerikanische Bands hingegen verzichten oft auf den beinahe übertriebenen Einsatz von Keyboards und fokussieren sich eher auf Riffs. Der Gesang ist beim Melodic und beim Power Metal ebenfalls sehr hoch. Die Musik kann ebenso von der Klassik beeinflusst sein, wie etwa der schwedische Gitarrist Yngwie J. Malmsteen beweist, der für all seine Studioalben auch gerne diverse rein instrumentale Stücke aufnimmt, die seinen Einfluss aus der klassischen Musik erkennen lassen. Man könnte schon sagen, dass der Melodic Metal nahezu ein rein europäisch besetztes Genre darstellt. Bands wie Edguy, Avantasia, Fair Warning oder Stratovarius stammen allesamt vom alten Kontinent. In Amerika scheint man sich eher auf Progressive und Power Metal zu konzentrieren, auch wenn sich eine Band wie DragonForce genau zwischen Power und Melodic Metal positioniert hat, da sie extrem hohes Tempo mit extrem melodischen Gitarren verbindet. Bands wie Savatage oder Iced Earthspielen amerikanischen Power Metal, der deutlich härter und teilweise thrashiger daherkommt als etwa Blind Guardian, die sehr auf orchestrale Unterstützung setzen. Die beiden Genres sind oft nur schwer voneinander zu trennen und werden somit gerne in einem Atemzug genannt.
10 wichtige Alben
  • Blind Guardian - Imaginations From The Other Side (1995)
  • DragonForce - Inhuman Rampage (2006)
  • Edguy - Vain Glory Opera (1998)
  • Gamma Ray - Land of The Free (1995)
  • Iced Earth - Night of The Stormrider (1991)
  • Rhapsody of Fire - Dawn of Victory (2000)
  • Running Wild - Death Or Glory (1989)
  • Savatage - Hall of The Mountain King (1987)
  • Stratovarius - Visions (1997)
  • Yngwie Malmsteen - Odyssey (1988)

Metalcore

Metalcore hat eine recht lange Entwicklung hinter sich. Mitte der 90er verbanden Bands wie Unbroken zum ersten Mal Hardcore mit Metal. Doch erst die zweite Welle an Bands, die etwa 2003/2004 aufkam, machte Metalcore beliebt. Diese Bands verbanden Thrash und Melodic Death Metal mit Hardcore und Breakdowns. Bands wie Killswitch Engage, As I Lay Dying, Unearth oder Shadows Fall waren wichtige Bands, um diese Musik beliebt unter der Jugend beliebt zu machen. Während sich diese Bands immer weiter dem Metal zuwandten. Atreyu hingegen verbanden Metalcore mit Emo und Glam Metal, wodurch sie zu einer der eigenständigsten Bands der Szene wurde. Ebenfalls eigenständig war der Sound der mittlerweile aufgelösten Bleeding Through, die zwar schon immer recht düsteren Metalcore spielten, doch ab 2009 auch vermehrt Black Metal in ihre Songs einfließen ließen. Ab 2007 etwa folge erneut eine neue Welle an Bands, die ein noch jüngeres Publikum ansprach. Bring Me The Horizon, The Devil Wears Prada, Parkway Drive oder Architects waren zum Teil technischer, aber setzten auch immer mehr auf Breakdowns als auf wirkliche Metalriffs. Bring Me The Horizon waren eine der ersten Bands, die vermehrt auf Groove und Nu Metal-Einflüsse setzte, woraus eine ganz neue Szene in den USA entstand, die nur noch wenig mit Bands wie Killswitch Engage zu tun hat. Gruppen wie We Came As Romans, Of Mice & Men, Confide oder Emmure setzen sehr auf Nu Metal-Riffs und Breakdowns, dafür nur noch wenig auf wirkliche Metal-Einflüsse. Ein anderer kurzlebiger Trend war die Vermischung von Metalcore und Eurodance, der von Bands wie Enter Shikari oder Attack Attack! angeführt wurde. Auf der anderen Seite stehen allerdings Gruppen wie Misery Signals, die sehr auf Anspruch und Atmosphäre achten oder Every Time I Die, die Metalcore mit musikalischem Anspruch und Southern Rock mixen. Metalcore wurde zur Zeit des großen Emo-Hypes vom traditionelleren Metalpublikum verschrien und belächelt. Grund dafür waren die Herzschmerz-Lyrics, engen Hosen und aufwendigen Frisuren der Bands. Bands wie besagte Killswitch Engage, Unearth oder auch Heaven Shall Burn konnten allerdings beim Metal-Publikum Fuß fassen.
10 wichtige Alben
  • Architects - Hollow Crown (2009)
  • As I Lay Dying - Frail Words Collapse (2003)
  • Atreyu - The Curse (2004)
  • August Burns Red - Messenger (2007)
  • Bleeding Through - The Truth (2006)
  • Bring Me The Horizon - Suicide Season (2008)
  • Every Time I Die - Hot Damn! (2003)
  • Killswitch Engage - Alive Or Just Breathing (2002)
  • Parkway Drive - Atlas (2012)
  • The Devil Wears Prada - With Roots Above And Branches Below (2009)